20 Jahre altes Parkett erneuern auf Kosten des Mieters

Hallo,
nach ca. 1,8 Jahren ziehen wir aus unserer Mietwohnung aus.
Wir haben die Löcher verspachtelt und alles weiss gestrichen. Obwohl das Streichen nicht im Zeitraum nötig war (rein rechtlich gesehen) haben wir es dennoch getan. Wir wollten dem Vermieter entgegen kommen.
Am 31.01 war Mietende. Am 07.02 wollte der Vermieter die Abnahme machen ... die Schlüssel sind abgegeben worden am 02.02 bei einem zuständigen Makler.. (wir sollten sie Sonntags in den Briefkasten werfen haben es aber lieber früh morgens am Montag persönlich mit Quittung abgegeben). Nun haben die Vermieter in aller Ruhe zwischentzweitlich jeden Kratzer und jede Delle aufgenommen und haben so ziemlich alles zu beabstanden was auf zu nehmen war, (Teilweise echte Bagatellen wie zB. eine wenige qmm große Delle in dem Funier einer Tür.
Desweiteren war der Teppichboden den wir nie vor Einmzug haben wollten im Schlafzimmer stark abgenutzt ... das stimmt auch so .... nur war das die wohl billigste Ware an Teppich die es auf dem Markt gibt ... unmöglich zu reinigen. Hier und da kleine Kratzer an den Metallzargen der Türen. Es wird behauptet das nicht gestrichen wurde (jeder Raum wurde weis gestrichen!!) ... Ein kleiner Aushub in dem großen "Blumenkasten" war bemängelt ..aufgrund von Bodenfrost konnte ich dort nicht aufräumen bzw. ausbessern, ich bot mich an das zu beheben , was er nicht wollte.
Jetzt der Parkettboden welcher in einem "grauenhaften" Zustand war.
Er war angeblich geschliffen worden bevor wir einzogen und es gäbe Rechnungen, tatsache ist das alle die vor knapp 2 Jahren die Wohnung sahen das dieser ca. 20 Jahre alter Parkett Boden maximal aufgearbeitet wurde. Er war bereits vor Einzug Stellenweise grau und voller Macken.
Dort wo Mittags viel Licht einfiel vor der Terassentür und an der Stelle wo mein Bürostuhl saß kam es zu verstärktenm Abrieb der Lackschicht. Unter dem Bürostuhl war stehts eine Schutzmatte aus Plastik dennoch hielt der Lack darunter nicht und auch an den Bereichen seitlich zur Terasse und zur Wohnzimmertür kam es schnell zum Verschleiss der Lackschicht.
Jetzt sollen wir für das komplette schleifen und lackieren dieses altebn Parketts aufkommen. Das sehe ich nicht ein.
Es war keine mutwillige Beschädigung noch habe ich diesen Boden zweckentfremdet genutzt. Ich bot mich an ( ohne Zeugen) die anderen Mängel auszubessern und neue Schlüssel für die Zimmertüren zu besorgen, welche im übrigen vorher schon nie gepasst hatten.
Auch das wurde vom Vermieter verneint, er meinte ich habe kein Mietverhältniss mehr und könnte ja nicht in die Wohnung um die Sachen auszubessern da ich keine Schlüssel habe.
Alles in allem haben wir für den Anfangszustand des Parketts eine Menge nichtverwandter Zeugen und wir haben ca. 5 Personen die mit uns die Wohnung gestrichen und renoviert haben.
Der Vermieter will die 800 Euro Kaution nicht auszahlen sondern kündigt noch weitere Rechnungen im Vorfeld an.
Unter anderem auch eine Wandreparatur die durch Wassereinbruch über die Terasse zustande kam..wir enfernten die nassen Leisten und die Tapete und trockneten es mit eine Entfeuchter. Die Stelle haben wir nur weiss gestrichen und die Leisten nicht mehr angebracht da sie nass und teilweise schon Schimmel angesetzt hatten. Der Vermieter behauptet wir hätten ihm das nie mitgeteilt was schlicht weg erlogen ist.... dafür gibt es weitere Zeugen. Er erinnerte sich zwar an ein Telefonat wo wir auf den Stromkosten für den Entfeuchter sitzen bleiben sollten aber an die riesige Aktion mit der feuchten Wand und dem Schimmel will er nic gewusst haben... wobei es sogar der unten wohnende Hausverwalter aufgenommen hat der ebenfalls betroffen war.
Alles in allem ein Haufen Ärger bei dem ich einige Ratschläge zur Vorgehenweise erhoffe.
Soll ich jetzt schon aktiv werden ? Oder erst wenn der Ex- Vermieter seine Handwerker Rechnungen schickt?
Muss ich mein Angebot zur Ausbesserung vor Zeugen wiederholen und habe ich die Chance es nochmals schriftlich anzubieten was er mit Sicherheit wieder ablehnen wird.
Welche Schritte soll ich zuerst machen?
Brauche ich einen unabhängigen Gutachter und wer bezahlt diesen?
mfg
Steffen

Hallo Steffen, 1. Du brauchst

Hallo Steffen,
1. Du brauchst erst mal keine Gutachter. Die bringen vor Gericht eh nichts, wenn sie nicht vom Gericht bestellt und vereidigt wurden.
2. Parkett-Abschleifen ist (leider - bin selber Vermieter) immer Sache des Vermieters (Ausnahme - (grob) fahrlässiges Verschulden des Mieters)
3. Schreib ihm am besten sofort nochmals, dass Du die Mängel beseitigen möchtest und welche der Mängel genau.
4. Ist denn ein Übergabeprotokoll angefertigt worden? Hast du es unterschrieben?
5. Wenn die Wohnung nicht übermäßige Verbrauchsspuren aufweist, musst Du auch nichts machen (Kratzer an der Türzarge z.B.). Eine Delle am Furnier kann je nach Türart natürlich den Türzweck beeinträchtigen (s. Brandschutztüren). Hier reicht eine winzige Delle, und die Tür ist unbrauchbar. Hat die Tür nicht solch eine Funktion, dann s. Verbrauchsspuren.
6. Was hast Du denn mit dem Blumenkasten zu tun??? Wenn er Dir gehört, dann schmeiß ihn weg. Wenn er dem Vermieter gehört, dann ist das sein Problem. Für Gartenpflege ist er zuständig. Dafür kann er diese ja auf die Nebenkosten umlegen, sofern im Vertrag aufgeführt.
7. Schreib ihm eine Mahnung wegen der Kosten für die Entfeuchtung und die neue Tapezierung, die Schimmelentfernung etc, sofern tatsächlich klargestellt ist, dass es sich hier um einen baulichen Mangel handelte. Er muss doch die Terrasse damals repariert haben.
8. Schreib ihm möglichst bald, sonst hat er von Euren Telefonaten nachher auch nie etwas gehört.
9. Schick das Schrieben per Einschreiben oder wirf es in seinen Briefkasten mit dem Vermerk "Einwurf mit Zeugen" (natürlich solltest Du auch einen Zeugen dabeihaben, der den Inhalt des Umschlages kennt und mit auf dem Umschlag unterschreibt und am besten auch auf Deiner Kopie).
10. Schau Dir nochmal die Kleinreparatur-Klausel in Deinem Vertrag an.
11. Ich hoffe, ich hab nichts vergessen. War ja ein wenig länger Dein Text. ;-)
12. Mach Dir da mal nicht zu viel Sorgen. Wenn er hört/liest, wie viele Zeugen Du für all die Mängel hast und er mal drüber nachdenkt, ob es nicht doch sein könnte, dass Du ihm schon einmal etwas von Schimmel erzählt hast (oder sein Verwalter), wird er sich überlegen, ob er das Risiko eines Rechtsstreits eingehen will.
Ich will damit nicht sagen, dass er in dem ein, oder anderen Punkt nicht vielleicht doch recht hat, aber dafür hast Du andere Arbeiten übernommen, die nicht in Deinen Aufgabenbereich fallen. So sollte es sich ausgleichen.